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Scholing: "Schüler emotional-sozial fördern"

Zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Inklusion hatte der Barsinghäuser Ortsverband der Grünen eingeladen. Dass das Thema für Viele von größter Bedeutung ist, konnte man an den rund 50 Besuchern im Gemeindesaal der Mariengemeinde gut erkennen.

Die Moderatorin des Abends, Jutta Volz, gab einen kurzen Einblick in das Thema und forderte, dass jedes Kind gefördert und gefordert werden sollte: „Ich denke, Inklusion ist eine große Chance“. Heiner Scholing war selber als Förderschullehrer tätig und leitete bis 2013 eine Förderschule in Uelzen.

Die Inklusion bringe laut Scholing eine Menge Probleme mit sich. Das gleiche Recht auf Bildung und aktive Teilhabe für alle Kinder erfordere viele kleine Schritte, aber auch konkrete Maßnahmen wie Qualifizierung, eine gesicherte Zuweisung von Personal und ein dichtes Netz von Beratungsstellen. „Wir haben uns mit dem Thema Inklusion richtig viel vorgenommen und folgen der Tatsache, dass die Schule sich verändern muss, weil die Kinder sich verändern. Dem muss Sorge getragen werden“, so Scholing. Hannelore Heidecke vom Ortsverband der Grünen wies darauf hin, dass nicht nur die Schulen, sondern auch die Gesellschaft sich verändern müssten, um Inklusion überhaupt möglich zu machen. Scholing teilte allerdings auch den Einwand aus den Reihen der Gäste, dass es nicht für alle betroffenen Kinder der richtige Weg sein könne, die Inklusion von Außen zu verordnen. Er hoffe aber darauf, dass die Inklusion eine Chance bekäme. Von der Stadtverwaltung sah Fachdienstleiter Axel Heyerhorst in erster Linie den Bereich der Pädagogik in der Pflicht und in zweiter Linie die Schulträger: „Wir waren gespannt, was uns durch die neue Gesetzgebung erwartet und sind überrascht darüber, wie wenig sich für Barsinghausen in Rahmen der Inklusion bisher verändert hat“, erklärte Heyerhorst. Er sieht die Problematik in den Kosten, die alten Schulgebäude barrierefrei zu modernisieren. Hier ist laut Scholing die Politik gefragt, die klären müsse, wie und wer das Projekt Inklusion bezahlen muss. Scholing beschrieb das Land, den Bund und die Kommunen als eine Art Bermudadreieck in dem schon Einiges verloren gegangen sei. "Es ist noch ein weiter Weg, auf dem die größte Herausforderung darin besteht, die Schüler emotional-sozial zu fördern und an dessen Ende eine gute Schule steht, und diese Schule ist eine inklusive Schule", schloss Scholing.

Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort „Inklusion“ „Zugehörigkeit“ und ist nach einer UN-Behindertenrechtskonvention ein festgeschriebenes Menschenrecht. Im schulischen Bereich wird damit das gemeinsame Lernen von Behinderten und Nichtbehinderten umschrieben und stellt eine große Herausforderung für alle Beteiligten, von den Kindern bis zur Kommunalpolitik, dar. Daher waren am Montagabend auch Vertreter der Stadt, Schulleiter und Elternvertreter gekommen, um den Ausführungen des schulpolitischen Sprechers der Landtagsgrünen, Heiner Scholing, zu lauschen. In Niedersachsen ist die inklusive Schule verbindlich zum Schuljahresbeginn 2013/14 eingeführt worden. Sie ermöglicht den Schülern einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zu den Schulen.

krü, 25.11.2014

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