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Alois Nebel

Animation

Ein vielfach ausgezeichneter, lakonisch-schwermütiger Zeichentrickfilm Noir, der subtil die Graphic-Novel-Trilogie von Jaromír Svejdík per Rotoskopie-Verfahren in einen bildstarken Schwarzweiß-Kunstcomic mit klaren Linien und Konturen verwandelt, steht auf dem Cover. Rotoskopie-Verfahren bedeutet, dass der Film real mit Schauspielern gedreht worden ist und hinterher umgewandelt wurde. Ebenso wurde das in dem bekannteren Werk „A scanner darkly“ gemacht, in dem Keanu Reeves mitspielt, aber auch „Tron“ und „Fire und Ice“. Der Film ist eine Vergangenheitsbewältigung von Menschen an der Grenze, die in Gefahr schweben, aktuell und früher bei der Vertreibung der Sudetendeutschen.

Inhalt

Tschechoslowakei Ende der 80er-Jahre: Alois Nebel arbeitet als Fahrdienstleiter an einem kleinen Bahnhof in Bílý Potok, einem abgelegenen Ort an der polnischen Grenze, dem früheren Sudetenland. Er ist ein Einzelgänger, der das Sammeln alter Fahrpläne der Gesellschaft von Menschen vorzieht. Doch manchmal legt sich der Nebel über die Bahnstation, und dann sieht er Züge mit Geistern und Schatten aus der dunklen Vergangenheit Mitteleuropas: dem Zweiten Weltkrieg, der Vertreibung der Deutschen, der sowjetischen Besatzung. Alois Nebel wird diese Alpträume nicht los und endet schließlich in einem Sanatorium. Dort lernt er „den Stummen“ kennen, der bei dem Versuch, die Grenze zu überqueren, verhaftet wurde. Niemand weiß, warum er nach Bílý Potok gekommen ist oder was er dort sucht, aber er ist es, der Alois Nebel dabei hilft, den Kampf gegen seine Dämonen aufzunehmen, die ihn nächtlich heimsuchen. Er macht sich auf den Weg und findet Freunde, eine Geliebte und Weggefährten. Langsam erwacht Alois Nebel aus dem Albtraum der Vergangenheit und sieht mit klarem Blick in die Zukunft.

Kritik

Die Zuschauer sollten sich vorher informieren, worum es in diesem optisch faszinierenden Animationsfilm überhaupt geht. Dadurch wird vieles verständlicher, aber nicht alles. Ein seltsamer Film, dessen Botschaft mir nicht erschlossen hat.

Das Bonusmaterial besteht aus dem Making of, Specials zum Rotoskopie-Verfahren, einem Videoclip mit dem Filmsong, entfernte Szenen, einem Audiokommentar sowie dem Trailer und Filmtipps.

Alois Nebel: Tschechische Republik / D 2013; Regie: Tomáš Lunák; Darsteller: Miroslav Krobot, Marie Ludvíková, Karel Roden, Leoš Noha, Alois Švehlík, Tereza Voríšková, Ivan Trojan, Marek Daniel; FSK: ab 12 Jahren; Dauer: 82 Minuten; Sprachen: Deutsch 5.1, Tschechisch 5.1; Untertitel: Deutsch, Englisch; Bild: 1,85:1 (16:9 anamorph widescreen); Vertrieb: ©Neue Visionen / Good Movies. Veröffentlichung Verkauf: 28. November 2014.

Bewertung: 6/10 Punkten

Spannung: 2/4 - Action: 1/4 - Humor: 2/4 - Erotik: / - Anspruch: 2/4

 Nickel, 26.11.2014, 20.00 Uhr

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